Polster erkennen und richtig behandeln: vom Pflegecode zur Methode
Bevor irgendein Mittel auf ein Polster kommt, gehört ein Blick unter das Sitzkissen: Dort sitzt in der Regel ein Etikett mit einem Buchstaben, der die zulässige Reinigungsart angibt.
Kurzinfo
| Zeitaufwand | 10 Minuten Test, 30–60 Minuten Arbeit |
|---|---|
| Schwierigkeit | mittel |
| Was Sie brauchen | je nach Code Wasser oder Lösemittel |
| Bei CleanWhale | Polsterreinigung ab 60 € |
Der Pflegecode
| Code | Bedeutung | Methode |
|---|---|---|
| W | wasserbasiert | Schaum, Extraktion |
| S | nur Lösemittel | Trockenreinigung |
| WS / SW | beides zulässig | Schaum oder Lösemittel |
| X | nur absaugen | keine Nassreinigung |
Was Sie brauchen
Verbrauchsmaterial:
- Polsterschaum für W und WS
- Lösemittelreiniger für S
- Lederpflege für glattes Leder
Werkzeug:
- Staubsauger mit Polsterdüse
- weiche Bürste
- helle Baumwolltücher
Schritt für Schritt
- Etikett suchen. Unter dem Sitzkissen, an der Rückseite oder unter dem Rahmen. Fehlt es, behandelt man das Polster wie Code S — also mit möglichst wenig Wasser.
- Absaugen, bevor Feuchtigkeit kommt. Erst Fugendüse in die Ritzen, dann Polsterdüse. Staub, der nass wird, verwandelt sich in Schlamm und zieht in die Faser.
- An verdeckter Stelle testen. Rückseite oder Unterkante: Mittel auftragen, trocknen lassen, auf Farbveränderung und Rand prüfen.
- Von Naht zu Naht arbeiten. Immer die ganze Fläche zwischen zwei Nähten behandeln, nie nur den Fleck. Sonst bleibt ein hellerer Bereich sichtbar.
- Wenig Feuchtigkeit einsetzen. Schaum statt Flüssigkeit, tupfen statt reiben. Durchnässte Polster trocknen tagelang und riechen danach.
- Trocknen und aufbürsten. Fenster öffnen, nicht föhnen. Nach dem Trocknen die Faser mit weicher Bürste aufrichten, besonders bei Samt und Cord.
Materialien im Einzelnen
Mikrofaser ist der pflegeleichteste Bezug: Wasserflecken lassen sich nach dem Trocknen mit einer weichen Bürste ausbürsten. Chenille und Cord vertragen Feuchtigkeit, aber kein Reiben — die Faser legt sich sonst dauerhaft um. Samt ist besonders empfindlich gegen Druck; hier arbeitet man ausschließlich mit Schaum und in Strichrichtung.
Glattleder wird feucht abgewischt und ein- bis zweimal jährlich mit Lederpflege behandelt. Rauleder und Nubuk vertragen kein Wasser — dort hilft nur eine Spezialbürste und im Ernstfall die Fachreinigung.
Wann Selbermachen aufhört
Bei eingezogenen Flecken, Gerüchen aus dem Polsterkern und bei Code S ist die Grenze erreicht. Eine Sprühextraktion bringt Reinigungslösung ein und saugt sie mitsamt dem gelösten Schmutz wieder ab — genau das kann kein Hausmittel. Bei Tiergerüchen kommt oft eine Ozonbehandlung dazu, siehe Gerüche entfernen.
Wenn Sie es nicht selbst machen möchten
Ein Sofa mit Code S oder eingezogenen Flecken gehört nicht in den Eigenversuch — dort entstehen die teuren Ränder. Mehr dazu auf der Seite Polsterreinigung Hamburg. Passend dazu: Rotweinflecken entfernen.
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Bildnachweis: „Jenischpark 27Apr2020 01“ von KeSteph, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.